Gemeinde Aquileia

Unesco Website Adria

Schnellsuche


< vai al contenuto centrale




Il tuo percorso: Ti trovi qui: Gemeinde Aquileia > Die Basilika

Die Basilika

Die Basilika ist das größte und bedeutendste Monument in Aquileia und das Ergebnis einer Abfolge unterschiedlicher Bauten, deren Wurzeln auf das 2. Jahrhundert zurückgehen. Aus jener Epoche stammt das erste Gotteshaus, dessen Spuren noch in Resten des wunderschönen, farbigen, gnostischen Bodenmosaiks abzulesen sind, dessen Symbolik eine erstaunliche Nähe zum gnostischen Traktat „Pistis Sophia“ aufweist.

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts veränderte Bischof Theodorus den gnostischen Saal, indem er ihn in ein Gotteshaus mit zwei parallelen Hallen integrierte. Wenige Jahre später wurden die Bodenmosaike für den Bau einer noch geräumigeren Basilika zugeschüttet, deren Struktur aus zwei parallelen Hallen, einem Baptisterium im Westen und einem Wohngebäude im Norden bestand. Dieser frühchristliche Gebäudekomplex – der einzige seiner Art in jener Zeit – wurde zum Muster für Kirchenbauten mit einer Doppelbasilika.

Infolge der Zerstörungen während Attilas Invasion und der langobardischen Besatzung gab der Patriarch Maxentius (811-833) Aquileia sowie diesem antiken Gotteshaus einen neuen Impuls. Die Basilika wurde komplett restauriert und durch Seitenschiffe ergänzt, was ihr die auch heute noch existierende, typische Form des lateinischen Kreuzes verlieh. Die anderen Sakralbauten (Nordhalle, vierseitiger Portikus, Bischofssitz) werden nie wieder benutzt.

Die katastrophalen Überfälle der Ungarn und das starke Erdbeben im Jahr 998 beschädigten die Basilika schwer. Deshalb gab der Patriarch Poppo (1019-1042) Anfang des 11. Jahrhunderts eine weitere erhebliche Restaurierung des Gotteshauses in Auftrag. Er vervollständigte die Restaurierungsarbeiten der Basilika und ließ mit den Blöcken des Amphitheaters einen mächtigen Kirchturm errichten. Die Domweihe für den  Komplex fand am 13. Juli 1031 statt, und die Kirche wurde Mariä Himmelfahrt und den Heiligen Hermagoras und Fortunatus geweiht, wie man in der Widmung unter dem großen Fresko in der Apsis nachlesen kann, wo der Patriarch, Kaiser Konrad, seine Gattin Gisela und deren Sohn Heinrich III abgebildet sind.
Die Basilika erlebte weitere umfangreiche Restaurierungsarbeiten nach dem fürchterlichen Erdbeben im Jahr 1348, die vom Patriarchen Marquard von Randeck (1365-1381) in Auftrag gegeben wurden. Die romanischen Bögen über den Kapitellen aus der Epoche von Patriarch Poppo wurden durch gotische Spitzbögen ersetzt, um die neuen Mauern des Hauptschiffes zu stützen, und das gesamte Holzdach erhielt die typische Form eines umgekehrten Schiffsrumpfes.
Während der Renaissance kam es zu weiteren kleinen baulichen Eingriffen, die keinen Einfluss auf die Struktur hatten, sondern auf die Ausstattung des Kircheninneren, wie zum Beispiel der große Altar in der Apsis, die Marmorverkleidung der Maxentischen Krypta, die Stufen sowie der Altar des Ziboriums und die Haupttribüne, die von Benardino da Bissone dekoriert wurden.
Die Krypta mit den Fresken ist vor allem für die Fresken aus dem 12. Jahrhundert mit der Darstellung des Martyriums des ersten Bischofs von Aquileia, Hermagoras, und dessen Diakon Fortunatus bekannt, obwohl sie aus der Zeit von Maxentius stammt (9. Jh.). Im Inneren dieses Raumes, der durch ein robustes Gitter zwischen den Säulen geschützt ist, wurden der kostbare Sakralschatz von Aquileia aufbewahrt, der später (1751) aufgeteilt wurde, als der Bischofssitz von Aquileia aufgelöst wurde, um Platz für die neuen Bischofssitze Görz und Udine zu schaffen. Das Gitter wurde zwischen 1950 und 1960 entfernt, als die gesamte Basilika im Auftrag der Denkmalschutzbehörde erneut restauriert wurde. Die Szenen des Martyriums sind sowohl in der Apsis sichtbar (Fresken aus dem 14. Jh.), als auch in den Malereien an der Tribünenrückwand der Sitze der Domherren des Domkapitels von Aquileia (15. Jh.).

Die Mosaike

Die vor etwa einem Jahrhundert begonnenen Ausgrabungen am Fußboden der Basilika von Aquileia haben ein großes Bodenmosaik zutage gefördert, das aus dem vierten Jahrhundert stammt und einen weiträumigen Saal bedeckte (Südhalle), der aus einer Epoche vor der heutigen Basilika stammt. Das kostbare Bodenmosaik ist gut erhalten. Es fehlen lediglich einige Stücke nahe der majestätischen Säulen der Basilika und in der Nähe einiger Gruften. Die Ausgrabungen, die später im Freien weitergeführt wurden, haben außerdem die Reste eines anderen Saals (Nordhalle) ans Tageslicht gebracht, der in Teilen aus der gleichen Epoche wie die Südhalle stammt, die ebenfalls mit einem weitläufigen Mosaikboden bedeckt ist, der lediglich Lücken beim Fundament des Kirchturms aufweist, der seit 1031 zum Gotteshaus gehört. Der Mosaikfußboden der Nordhalle scheint aus weniger kostbaren Materialien zu bestehen und von weniger kompetenten Kunsthandwerkern ausgeführt worden zu sein, mit Ausnahme eines Areals, das nördlich der Grundmauern des Kirchturms liegt, wo noch ältere Mosaike - in schillernden Farben und ausgeführt von Meisterhand - zu sehen sind.

Diese Mosaike sind nicht eindeutig dem historisch-kulturellen Kontext der Römer oder des Frühchristentums zuzuordnen. Bei näherer Betrachtung scheinen sie eher mit der Kultur der Gnostiker verbunden zu sein, die in frühchristlicher Epoche im gesamten Römischen Reich und insbesondere in Alexandria, in Ägypten, eine Rolle spielten. Vor allem der Forscher Renato Iacumin sieht in den ältesten Mosaiken der Nordhalle eine bildliche Darstellung verschiedener gnostischer Texte, unter anderem Buch I und IV des Traktats „Pistis Sophia“.