San Felice

 

Wir befinden uns im Stadtteil, der als Sant Filìs (San Felice) bekannt ist, da hier eine Kirche stand, die den christlichen Märtyrern Felix und Fortunatus geweiht war. Zur Zeit des Kaisers Diokletian waren die beiden Brüder vor den Stadttoren enthauptet und in der Nähe ihres Martyriums bestattet worden. Um ihrer zu gedenken, wurde später eine Kapelle auf dem Grab errichtet, die in der Folge, gegen Ende des 4. Jahrhunderts, durch eine dreischiffige Kirche mit Kirchturm ersetzt wurde. Die Basilika, die Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde, befand sich außerhalb der Stadtmauern der römischen Kaiserzeit in einem Areal mit Handwerkerhäusern, in der Nähe einer kleinen Grabstätte.

 

 

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts erweiterte der Patriarch Poppo den Stadtmauerring Richtung Süden, jenseits des Natissa, mit dem Ziel, diese wichtige frühchristliche Kirche ins Stadtgebiet einzubeziehen. Die Mauerreste sind heute noch im Torbogen von San Felice, nahe der Basilika, sichtbar.

 

In diesem Viertel lag außerdem das imposante römischen Hafenbecken, das sich über eine Länge von 400 Metern erstreckte und durch Wasser aus den Sturzbächen Natisone und Torre gespeist wurde. Auch diese Anlage erhielt durch den Patriarchen Poppo mit der Wiedereröffnung des Binnenhafens, der in jener Zeit etwas abseits im Süden der Stadt lag, einen starken wirtschaftlichen und sozialen Impuls.

 

Am Anfang des 19. Jahrhunderts führte auch die österreichische Regierung Arbeiten am Hafen von Aquileia durch. Die Ufer des Natisone wurden vor allem im Stadtgebiet komplett umgestaltet und eine touristische Reise- und Handelsroute durch die Lagune eingerichtet, die Grado mit Aquileia verband. 1910, als die österreichische Bahnverbindung Cervignano - Belvedere - Grado eröffnet wurde (seit Kurzem eine Radfahrerpiste), wurde der Flussverlauf des Natissa von den Mauern mit Blick auf die Basilika entfernt. 1937 wurden die heutigen Bewässerungsgräben zur Steuerung der Flüsse Natissa und Pantanosa angelegt.

 

Die Ortsnamen im Umland dieses Ortes, wie Boscat, Bosc Strassolt, Bosc Saurin, Bosc vecjo, vermitteln die Vorstellung eines weitläufigen Waldes, der bis Ende des 18. Jahrhunderts diese Felder charakterisierte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er endgültig abgeholzt, und die Felder wurden trotz des reichlich vorhandenen Quellwassers trockengelegt. Der Ort San Felice wird auch borc Fasùli genannt, was Bohne bedeutet und eine Anspielung auf seine geringe Größe ist. Dieses Gebiet ist heutzutage dem Anbau von hochwertigen Rebsorten wie dem Refosco und dem Cabernet franc gewidmet.