Durida

 

In der Römerzeit floss ein mächtiger Fluss, der gemäß dem Historiker Plinius dem Älteren aus dem Zusammenfluss der beiden Flüsse Natiso und Turro entstanden war, durch den östlichen Teil von Aquileia. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts existierte dieser Flussverlauf aus noch unbekannten Gründen nicht mehr. Heute bestehen im Gebiet von Aquileia stattdessen die folgenden Flüsse und Bäche: Natissa, Pantanosa, Terzo, Marignûl, Ausset. Diese Wasserläufe werden durch im friaulanischen Flachland reichlich vorhandenes Quellwasser gespeist, während ihre Länge relativ begrenzt ist.

 

Unter der Brücke ponte delle Vergini, die am Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, fließt der Terzo (mittelalterlich: Robedula), der flussaufwärts das Wasser aus dem Fluss Ausset und dem römischen Kanal Anfora aufnimmt, der den westlichen Teil Aquileias mit dem Meer verband. Diese Wasserläufe vereinen sich an diesem Punkt mit dem Natissa, der von Norden kommt, um den östlichen und südlichen Stadtteil herumfließt und anschließend weiter Richtung Lagune, wo er bei Grado, dem antiken Hafen des römischen Aquileia, ins Meer fließt.

Am Ufer des Natissa existieren bis zum Meer die antiken Überreste einer römischen Straße mit den dazugehörigen Begräbnisstätten, die die Bedeutung dieses Flusses für die Wirtschaft des antiken Aquileia bezeugen. Die Handelsaktivitäten nahmen infolge des Niedergangs des Römischen Reiches erheblich ab, wurden aber nie vollständig unterbrochen. Im Mittelalter, als Aquileia zum religiösen und politischen Zentrum des Friauls wurde, ist der Natissa erneut mit zahlreichen Binnenhäfen und Anlegestellen versehen worden, die es den von den Häfen an der Adriaküste anreisenden Schiffen ermöglichten (Triest, Marano, Venedig, Isola d'Istria, etc.), bis ins Stadtinnere vorzudringen.

Abgesehen vom Ortsnamen Ponte delle Vergini (im Gedenken an die vier christlichen Märtyrerinnen Erasma, Tecla, Eufemia und Dorotea) ist dieser Ortsteil auch unter dem Namen Durìda bekannt, nach dem lateinischen Turrita, was so viel wie Gebiet mit Wehrtürmen heißt. Die Überreste einer Festungsanlage sind in der Tat unter der heutigen Kapelle ausgemacht worden.